Sing, mei Sachse, sing...
 
 

Der Sachse liebt das Reise sehr - nu nee, das in' Knochen!
Drum fährt er gerne hin und her in sein' drei Urlaubswochen.
Bis nunder nach Bulgarchen tut er de' Welt beschnarchen!
Un sin' die Koffer noch so schwer, und sin' zu voll die Zieche
und is' es Essen nich' weit her, das kennt er zur Genieche.
Der Sachse tut nich' gnietchen, der Sachse singt e Liedchen:
 
 

Sing, mei Sachse, sing! Es is' e eichen Ding
und ooch e tichtches Glick um d'n Zauber der Musik:
Schon es kleenste Lied, das legt sich offs Gemied
und macht dich oochenblicklich ze'frieden, ruhig und glicklich!
   
 

Der Sachse liebt e satten Saund, und tun wo Geichen röhrn -
ob Opernhaus, ob Andergraund - echal, das muß er hör'n!
Und schluchzt der Geichenboochen, da kriecht er feichte Oochen!
Der Sachse schmilzt ähm leicht dahin auf des Gesanges Fliecheln,
doch eh' die Träne troppt vom Kinn, da weiß' er se zu ziecheln!
Der Sachse tut nich wein', der Sachse stimmt mit ein:
 
 

Sing, mei Sachse, sing! Es is' e eichen Ding
und ooch e tichtches Glick um d'n Zauber der Musik:
Schon es kleenste Lied, das legt sich offs Gemied
und macht dich oochenblicklich ze'frieden, ruhig und glicklich!
 
 

Der Sachse is der Welt bekannt als braver Erdenbercher,
und fährt er ringsum durch das Land, da macht er keenen Ärcher.
Da braucht er seine Ruhe und ausgelatschte Schuhe!
Doch kommt der Sachse nach Berlin, dort könn'se ihn nich' Leiden!
Da wolln' sen eene drüber ziehn, da wolln'se mit ihm streiten!
Und tut mern ooch verscheißern - sei Liedchen singt er eisern:
 
 

Sing, mei Sachse, sing! Es is' e eichen Ding
und ooch e tichtches Glick um d'n Zauber der Musik:
Schon es kleenste Lied, das legt sich offs Gemied
und macht dich oochenblicklich ze'frieden, ruhig und glicklich!
 
 

Text: Jürgen Hart
Musik: Arndt Bause
 
 

Die Sachsenrache
 
 

An Arroganz und Größenwahn
erkennst' e den Berliner,
doch wen de ihn in'n Hintern trittst,
gleich macht er einen Diener.
Er hat nischt auf der Plauze
und bloß die große Schnauze.
 
 

Brillt, ihr Preußen brillt,
doch habt euch nicht so wild,
denn euer Spree - Athen
kann nicht ohne uns besteh'n.
Euer Dorf Berlin
könnt ihr so groß offziehn,
weil wir euch unterstützen,
regieren und beschützen.
 
 

Das meiste Gute, das ihr fresst,
das kommt ja doch aus Sachsen,
weil in dem märk'schen Wüstensand
nur Krippelkiefern wachsen.
Die Pol'n tun euch beneiden,
wir woll'n gern Hunger leiden.
 
 

Brillt, ihr Preußen brillt,
doch habt euch nicht so wild,
denn euer Spree - Athen
kann nicht ohne uns besteh'n.
Euer Dorf Berlin
könnt ihr so groß offziehn,
weil wir euch unterstützen,
regieren und beschützen.
 
 

Da seid ihr stolz auf eure Spree,
die schnelle und die helle,
und warum isse denn so hell -
in Sachsen fließt die Quelle.
Wir müssen, kaum zu fassen für euch noch Wasser lassen.

 
 
 

Brillt, ihr Preußen brillt,
doch habt euch nicht so wild,
denn euer Spree - Athen
kann nicht ohne uns besteh'n.
Euer Dorf Berlin
könnt ihr so groß offziehn,
weil wir euch unterstützen,
regieren und beschützen.
 
 

Da preist ihr euern Fernsehturm,
als wär' er dort gewachsen.
Und woher kommt der Architekt,
na siehst' e wohl aus Sachsen.
Er konnte hochdeutsch reden,
drum hielt ihr ihn für'n Schweden.
 
 

Brillt, ihr Preußen brillt,
doch habt euch nicht so wild,
denn euer Spree - Athen
kann nicht ohne uns besteh'n.
Euer Dorf Berlin
könnt ihr so groß offziehn,
weil wir euch unterstützen,
regieren und beschützen.
 
 

Ooch den Palast der Republik
ham Sachsen hochgezogen,
denn was do ihr Berliner baut,
ist bucklig und verbogen.
Da sauft ihr zuviel Weiße
und nachher baut ihr Scheiße.
 
 

Brillt, ihr Preußen brillt,
doch habt euch nicht so wild,
denn euer Spree - Athen
kann nicht ohne uns besteh'n.
Euer Dorf Berlin
könnt ihr so groß offziehn,
weil wir euch unterstützen,
regieren und beschützen.
 
 

Berlin soll uns're Hauptstadt sein,
von uns aus aber gerne.
Wir seh'n e Ministerium
ooch lieber aus der Ferne
und machen als ganz Kleene eb'n unsern Dreck allene.
 
 

Brillt, ihr Preußen brillt,
doch habt euch nicht so wild,
denn euer Spree - Athen
kann nicht ohne uns besteh'n.
Euer Dorf Berlin
könnt ihr so groß offziehn,
weil wir euch unterstützen,
regieren und beschützen.
 
   

Verfasser: Siegfried Blütchen, Dresden

 
     
 

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